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Diese Ausstellung soll erneut an den Maler Bernhard Klein erinnern.

Sein schmales und so stilles Werk darf nicht ganz vergessen werden, auch wenn es so gar nicht den gegenwärtigen Strömungen der Kunst entspricht.

Bernhard Klein war klug und bescheiden, liebenswert und unaufdringlich leise. Dies sind Eigenschaften, die einem großen "Erfolg" in der aktuellen Kunstszene im Wege stehen. Die Umwälzung in der Kunstrezeption begann schon zu seiner Zeit gleich nach 1945. — Er selbst hat das genau erkannt und in dem Text von 1966, den wir hier erneut abdrucken, klar formuliert. Die Entwicklung in der Kunst, das kann man daraus schließen, geht keine geraden Wege. Ganz im Gegenteil: Das Hin und Her, das Vor und Zurück, das Unten nach Oben, das Rechts nach Links, das Drunter und Drüber werden mehr und mehr zum Prinzip der Zeit. Und wohin soll das führen? Darüber zu rätseln führt nicht weiter, die Zeit selbst wird alles klären. Vermutlich wird der bleibende Kern an bedeutsamer, "zeitloser" Kunst sehr viel kleiner sein, als man es von vergangenen Kunstepochen gewohnt war. Die Frage nach "Sinn", "Bedeutung" und "Aufgabe" von Kunst wird selbst schon zur Disposition gestellt. Soll Kunst ästhetisch oder gar noch "schön" sein? Soll sie Menschen Freude bereiten, sie bilden, sie nachdenklich machen? Sie soll natürlich ihre jeweilige Entstehungszeit ausdrücken. Das ist unabdingbar, selbstverständlich, unvermeidbar. Aber ist Ausdruck der Zeit zu sein schon alles? Ist Zeitausdruck mit "Kunst" gleichzusetzen?

Bernhard Klein, ein Künstler der an mehreren Stil-Epochen passiv und aktiv teilnahm, stand gewissermaßen direkt am Ausgangspunkt dieser uns jetzt voll erfassenden Entwicklung. Er hat ganz deutlich die Gefahren gesehen, denen die Kunst heute total ausgesetzt ist, die Herrschaft des "Marktes" und des Geldes in vorher nie gekannter Macht. Sein Werk ist so klein und bescheiden, daß es nicht den Anspruch erhebt, neue Impulse oder "Ismen" auszulösen, ganz im Gegenteil. Es versucht die Balance zwischen den gefährlichen Polen zu gewinnen. Wie Bernhard Klein es in seinem Text ausdrückt zwischen den Extremen Form und Aussage, nicht "modern" sondern lieber zeitlos.

Florian Karsch

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