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Wir
erinnern ein weiteres Mal an Gerhard Marcks
anläßlich
seines bevorstehenden 115. Geburtstages, obwohl dies allgemein nicht
als besonderer Anlaß gilt. In den vergangenen vier Jahrzehnten
haben wir neunmal seine Werke ausgestellt, meist zu runden Geburtstagen,
als er noch lebte und auch danach.
Gerhard
Marcks ist einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts.
Die
Früchte seines Schaffens aus etwa 70 Jahren, sind jedoch so
vielfältig und zahlreich, daß es nahezu unmöglich
ist, sie erschöpfend darzustellen. Es wird immer nur eine Auswahl
sein, ein Teilaspekt seines Werkes. Es kommt hinzu, daß Gerhard
Marcks sich nicht auf seine eigentliche Domäne, die Bildhauerkunst
beschränkte, in der er immerhin etwa 1150 Schöpfungen
hinterließ. Das von Frau Dr. Martina Rudloff erarbeitete Werkverzeichnis
der Plastiken erfaßt insgesamt 1083 Positionen bis 1976. Danach
hat der Künstler bis zu seinem Lebensende mehr als weitere
100 Plastiken geschaffen, die demnächst in einem ergänzenden
Verzeichnis erfaßt und publiziert werden. Hinzu kommen ca.
16.000 bis 18.000 Zeichnungen, Aquarelle und Ölkreiden sowie
772 Druckgraphiken, die im Werkverzeichnis von Kurt Lammek beschrieben
und abgebildet sind.
Diese
einfache Aufzählung wird dem Schaffen von Gerhard Marcks jedoch
nicht gerecht. Als hochgebildete Persönlichkeit hat sich der
Künstler mit nahezu allen Themen befaßt, die den Menschen
berühren, sowohl mit der antiken Welt der Mythologie, mit der
jüngeren Vergangenheit als auch mit der Gegenwart in ihren
verschiedenen Erscheinungsformen.
Parallel
zu einigen anderen Bildhauern hat ihn nicht nur der Mensch und die
Tierwelt als Motiv interessiert. Vornehmlich in den späten
Schaffensjahren hat Gerhard Marcks bei seinen Zeichnungen und in
der Druckgraphik die Landschaft berücksichtigt, die er mit
Ölkreiden sogar farbig realisierte. Gleiches gilt für
Stilleben und ähnliche Motive.
Durch
unsere neue Zusammenstellung machen wir den Versuch, das Oeuvre
von Gerhard Marcks in seiner Vielfalt zu zeigen. Man wird dabei
Bekanntes und Unbekanntes finden, so daß die große Spannweite
dieses Werkes deutlich wird.
FlorianKarsch, 2003
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