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Seit
meiner frühen Kindheit als ich mich im Alter von 10
Jahren entschloß, Künstler zu werden und mein Vater mir
eine Palette und Pinsel gekauft hatte war ich von drei Künstlern
tief beeindruckt: Francisco Goya, Vincent van Gogh und Honoré
Daumier. Diese Vorlieben habe ich nicht geändert. Eine Reproduktion
von "Familie auf den Barrikaden" hing über meinem Bett, Goyas
"Erschossen am 3. Mai" war das Bild, das ich am meisten bewunderte
und ein Buch mit den Briefen von van Gogh hatte ich immer in der
Tasche.
Mein
einziger Wunsch war, genau so ein Künstler zu sein. Ich dachte
häufiger über die Rolle und die Position des Künstlers
gegenüber der Gesellschaft nach, als über einen bestimmten
Stil. Später wurde mir erklärt, daß dieser Stil
Expressionismus heißt, ich wurde vertraut mit deutschen Expressionisten
und den Künstlern der Neuen Sachlichkeit. Ich war z.B. von
George Grosz beeindruckt.
Aber
diese Kenntnisse über den Deutschen Expressionismus kamen später,
als ich bereits 25 30 Jahre alt war, als mein eigener Stil
schon eine bestimmte Form erreicht hatte. Es war interessant, Gemeinsamkeiten
zu entdecken aber die Wurzeln liegen in meiner Kindheit:
Es ist meine frühe Liebe zu Goya, van Gogh und Daumier.
In
der Galerie Nierendorf ausstellen zu können, bedeutet mir viel.
Es bedeutet vor allem sich einer bestimmten Künstlerfamilie
anzuschließen, einer bestimmten Tradition, die in meinen
Augen niemals unterbrochen war. Ich fühle mich geehrt,
Teil einer solchen Familie zu sein.
Ich
bin immer noch davon überzeugt, daß Kunst eine bestimmte
Rolle in der Gesellschaft erfüllen muß: Kunst muß
sich gegen Ungerechtigkeit wehren und menschliche Werte schützen.
Farben, Palette, Pinsel, Leinwand sind Waffen mit denen der
Künstler der Welt gegenübersteht. Wenn dieser Weg Expressionismus
heißt, dann bin ich ein Expressionist. Jeden Tag versuche
ich meine Waffen besser zu nutzen.
Moskau,
im September 2005 Maxim Kantor
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